Die Krise von Covid 19 hat auch erhebliche Auswirkungen auf Leiharbeitnehmer, da viele von ihnen ihre Verträge verlieren oder ihre Arbeitszeit enden. In dieser schwierigen Zeit hat sich Ver.di einen neuen Tarifvertrag mit Gehaltserhöhungen von 1,9 Prozent im Westen und 3 Prozent im Osten im Jahr 2020 gesichert. Wegen ver.di und des Eintretens der übrigen deutschen Gewerkschaftsbewegung hat die Regierung trotz des Widerstands der meisten Arbeitgeberverbände die Zahlungen erhöht. Mit der neuen Vereinbarung erhöht sich die Kurzarbeitsvergütung ab dem vierten Monat auf 70 Prozent (77 Prozent für Haushalte mit Kindern) und ab dem siebten Monat auf 80 Prozent (87 Prozent) für Arbeitnehmer, deren Arbeitszeit wegen der Covid-19-Krise um mindestens 50 Prozent reduziert wird. Das gilt für die deutsche Gewerkschaft ver.di, die mehrere Tarifverträge ausgehandelt hat, um die Löhne für Arbeitnehmer während der Pandemie in Branchen vom Einzelhandel über die Finanzierung bis hin zum Gesundheitswesen zu erhöhen. ver.di und der Verband der öffentlichen Arbeitgeber (VKA) haben sich am 1. April 2020 auf einen Tarifvertrag geeinigt, der Kurzarbeit im kommunalen Bereich und damit auch für Sparkassen-Beschäftigte betrifft. Die Vereinbarung regelt und erhöht die Kurzarbeiterpauschale je nach Bezahlung auf 90/95 Prozent sowie den Ausschluss von Kündigungen aus betrieblichen Gründen während der Kurzarbeit und drei Monate danach. Trotz der Existenz eines relativ großen Niedriglohnsektors in der deutschen Wirtschaft fordern Politiker und Ökonomen in der aktuellen öffentlichen Debatte zunehmend eine stärkere Differenzierung von Löhnen und Einkommen, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen und Arbeitslosigkeitsprobleme zu lösen. Die WSI-Studie enthält jedoch eine Bewertung von 24 der wichtigsten industriellen Tarifverträge, aus der hervorgeht, dass es bereits eine erhebliche Differenzierung der Einkommen zwischen diesen Sektoren gibt. Tabelle 3 gibt einen Überblick über die Einkommensdifferenzierung innerhalb der verschiedenen Einkommensgruppen. ver.di und der Arbeitgeberverband der Versicherungen haben einen auf ein Jahr befristeten Tarifvertrag für Kurzarbeit unterzeichnet, der die Kurzarbeiterentschädigung auf 90 Prozent oder 95 Prozent des Nettolohns erhöht.

Während der Laufzeit der Kurzarbeitsvereinbarung sind die Arbeitnehmer auch aus betrieblichen Gründen vor Entlassungen geschützt. Eine WSI-Bewertung von Tarifverträgen zeigt, dass typische Niedriglohnbranchen in Deutschland in den Dienstleistungsbranchen mit überwiegend weiblichen Arbeitskräften zu finden sind. So verdiente 1995 ein Portier in einem Hotel im Saarland ein Bruttogrundeinkommen von 1.616 DEM pro Monat. Ein Florist verdiente etwa 2.137 DEM und ein Friseur etwa 2.240 DEM. Zum Vergleich: 1995 betrug das durchschnittliche monatliche Grundeinkommen (in der Ausgangsskala einer mittleren Einkommensgruppe) der 24 wichtigsten Tarifbereiche etwa 2.980 DEM. Im Vergleich zu vielen anderen westlichen Industrieländern hat Deutschland das Image, eine Hochlohnwirtschaft mit einer relativ geringen Ungleichheit bei Einkommen und Lebensstandard zu sein. Dies ist vor allem das Ergebnis des deutschen Systems der zentralen Tarifverhandlungen auf Branchenebene , bei dem fast alle Beschäftigten in allen Branchen die gleiche Grundvergütung erhalten. Es ist jedoch nicht allgemein bekannt, dass es immer noch eine große Anzahl von Sektoren und Beschäftigungsbereichen gibt, in denen die tariflich vereinbarten Grundlöhne und -gehälter relativ niedrig sind. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI) zu Niedriglöhnen in Deutschland (“Niedriglöhne.” Die Realität: Armut trotz Arbeit”, Gerd Pohl & Claus Schäfer (Eds), VSA-Verlag Hamburg (1996)).